London 2012. Die hochschwangere Olympionikin

Manfred Sax | 24. Juli 2012 | 0 Kommentare

Sie heißt Nur Suryani Mohamed Taibi und schießt am Sonntag in London 2012 für Malaysia. Und macht damit Geschichte – als erste hochschwangere Olympionikin.

Nur Suryani Mohamed Taibi ist, erstens, eine Klassesportlerin. Vor zwei Jahren holte sie bei den Asian Games 2010 für Malaysia die Bronzemedaille in der Disziplin Luftdruckgewehr. Vergangenen Jänner schaffte sie die Qualifikation für die Olympischen Spiele in London, gleichzeitig wurde sie über einen Volltreffer ganz anderer Art informiert: Sie war schwanger.

Die Kalkulation ergab, dass sie in der 34. von 40 Schwangerschaftswochen sein wird, wenn sie (kommenden Sonntag) in London den Finger an den Abzug legt. Weswegen ihr die malaysischen Funktionäre anfangs nicht das Ticket für die Spiele ausstellen wollten. Wegen des Risikos. Nicht ohne Grund wird Frauen geraten, ab der 35. Schwangerschaftswoche nicht mehr zu fliegen.

Willensstark

Allerdings erwiese sich Ms Taibi als enorm kopfstark. Sie wollte unbedingt zu den Spielen, zumal sie sportlich gesehen in der Schwangerschaft keinen Nachteil sieht: „Seit ich durch die Schwangerschaft schwerer geworden bin, hab ich einen besseren Stand.“ Mit Argumenten wie diesen setzte sie sich denn auch durch.

Nun ist Ms Taibi bereits in London, am Sonntag ist es soweit. „Ich werde vor dem Bewerb mit dem Baby sprechen“, sagt sie, „keine Tritte, bitte, und sei doch so lieb und verhalte dich eine Stunde und 15 Minuten lang ruhig.“

Screenshot

Müßig zu erwähnen, dass der Fall der hochschwangeren Olympionikin weltweit bereits mächtig Ausehen erregt hat. Geschichte macht sie ohnehin. Noch nie zuvor ist eine hochschwangere Sportlerin bei den Olympischen Spielen angetreten.

Quelle:Pregnant Shooter Will Compete in London Olympics, via YouTube

Manfred Sax

Über den Autor (Autorenprofil)

Manfred Sax ist Vater von vier Kindern. Für endlichvater.eu verfasst er regelmäßig die Kolumne “Der transparente Vater”.

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